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08.09.2010
10-jähriges Bestehen des Amtes Landhagen

Am 03.April 2002 feierte das Amt Landhagen sein 10 jähriges Bestehen.
Zu diesem festlichen Anlass kamen zahlreiche Gäste aus der Region.
Dazu zählten u.a. Vertreter des Landkreises OVP, der Hansestadt Greifswald, der umliegenden Ämter sowie das Partneramt aus dem Kreis Nordfriesland.
Anlässlich dieser Veranstaltung richtete der Amtsvorsteher Herr Meinzer an seine Gäste folgende Worte:

Sehr geehrter Herr Meesmann, sehr geehrte Frau Dönig-Poppensieker,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, verehrte Gäste

Am 3. April 1992 wurde das Amt Landhagen, das zu jener Zeit noch Amt Dersekow-Landhagen hieß, an seinem damaligen Amtssitz in der Greifswalder Goethestraße 9 offiziell eröffnet.

Allein der Doppelname weist darauf hin, dass es Veränderungen gegeben hat, dass die Amtsbildung in unserem Bereich etwas anders verlief als bei der überwiegenden Mehrzahl der Ämter Mecklenburg-Vorpommerns. Während die meisten in den Jahren 1990 und 1991 gegründeten Verwaltungsgemeinschaften in einem zweiten Schritt im März 1992 per Landesverordnung in Ämter überführt wurden, war in unserem heutigen Bereich ein Schritt mehr notwendig.

Am 9. Januar 1991 hatten sich die Gemeinden Groß Petershagen, Hinrichshagen, Levenhagen, Mesekenhagen und Neuenkirchen zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammengeschlossen, die im Mai 1991 in Neuenkirchen in der ehemaligen Kinderkrippe ihre Arbeit aufnahm.

Zu dieser Zeit arbeitete bereits seit einigen Monaten die in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche Verwaltungsgemeinschaft "Schwingetal", der die Gemeinden Behrenhoff, Dargelin, Dersekow und Weitenhagen angehörten.
Sitz dieser Verwaltungsgemeinschaft war Dersekow.


In Dersekow und Neuenkirchen wurden nun die ersten, wenn auch noch unsicheren und suchenden Schritte in Richtung neuer Verwaltungsstrukturen gemacht.
Die Mitarbeiter, die vorher in den einzelnen Gemeindeverwaltungen tätig waren, mußten von Grund auf Umdenken. Entsprechend der neuen Struktur der Verwaltungsgemeinschaft waren den meisten Kollegen andere Aufgaben zugeordnet worden. Der Mitarbeiter in der Verwaltungsgemeinschaft sollte nicht mehr nur für "seine" Gemeinde arbeiten, sondern genauso gut und schnell für drei oder vier andere. Daß es dabei einen Umdenkungsprozeß geben mußte, war ganz natürlich.

Parallel zu den neuen Herausforderungen am Arbeitsplatz liefen im Frühjahr/Sommer 1991 die ersten Verwaltungslehrgänge an.

In dieser Phase des Suchens und Lernens erreichte im Frühsommer des Jahres 1991 beide Verwaltungsgemeinschaften die Nachricht, daß sie auf Grund ihrer Größe keine Aussicht hätten, in Ämter überführt zu werden. Weder "Schwingetal" noch "Landhagen" erreichten eine Einwohnerzahl von 5 000.
Beauftragte des Innenministeriums führten in der Folgezeit mit beiden Verwaltungsgemeinschaften Gespräche mit dem Ziel einer Zusammenlegung.
Aus heutiger Sicht ein völlig richtiges Vorgehen. Leider wurde es nicht landesweit praktiziert.

Nachdem sich in beiden Bereichen die Emotionen gelegt hatten, wurden in den folgenden Monaten entsprechende Vorbereitungen für die Fusion getroffen.

Anfang Februar 1992 war es dann soweit: in Anwesenheit von Vertretern aus nun insgesamt neun Gemeinden fand die konstituierende Sitzung des gemeinsamen Amtsausschusses statt.
Zum ersten Amtsvorsteher des Amtes Dersekow/Landhagen wurde Herr Achim Will gewählt. Herr Will ging als Neuenkirchener Bürgermeister seit 1990 mit viel Elan, Ruhe und Sachverstand an die Arbeit und hatte großen Anteil am Aufbau der neuen Strukturen auf kommunaler Ebene. Leider verstarb er 1996 viel zu früh. Zur Leitenden Verwaltungsangestellten berief der Amtsausschuss Frau Dr. Haack.

Am 24. März 1992 nahm die Amtsverwaltung in der Greifswalder Goethestraße ihre Arbeit auf. Der Greifswalder Amtssitz war der Vereinigungskompromiss zwischen "Schwingetal" und "Landhagen". Greifswald als zentraler Punkt war für alle Bürger gut zu erreichen, niemand war im Vorteil. Die ehemalige Kreisverwaltung Greifswald-Land bot uns ihr Gebäude in der Goethestraße zur Miete an. Wir nahmen das Angebot dankbar an.

Die feierliche Eröffnung des Amtes fand dann am 3. April 1992 in Anwesenheit zahlreicher Gäste statt.

Unter ihnen auch der Amtsvorsteher und der Leitende Verwaltungsbeamte unseres Partneramtes Bökingharde aus Nordfriesland, die wir auch heute herzlich begrüßen können.


Das bei seiner Gründung aus 9 Gemeinden bestehende Amt wurde 1993 noch erweitert. Zwei Gemeinden kamen hinzu, nämlich Diedrichshagen und Wackerow.
Das bisher zum Amt Züssow gehörende Diedrichshagen, eine Gemeinde am südöstlichen Stadtrand von Greifswald, wechselte auf eigenen Wunsch zum Amt Landhagen, weil sich hier bereits Umlandgemeinden mit ähnlich gelagerten Problemen zusammengeschlossen hatten.
Die Gemeinde Wackerow wurde 1993 per Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes Greifswald dem Amt Landhagen zugeordnet.


In den zurückliegenden 10 Jahren ist der Amtsbereich Landhagen mit seinen jetzt zehn Gemeinden zu einem festen Begriff geworden und hat eine beachtliche Entwicklung durchlaufen.

Allein der Zuwachs an Einwohnern ist beeindruckend. Wohnten 1992 ca. 5 700 Menschen in unserem Amtsbereich, so sind es heute über 10 000.
Damit ist das Amt Landhagen eines der größten Ämter Mecklenburg-Vorpommerns.

Hinter diesen Zahlen verbirgt sich eine Entwicklung, die in allen jenen Orten anzutreffen ist, die sich im Einzugsgebiet größerer Städte befinden. Nach der Wende erkannten die stadtnahen Gemeinden sehr schnell, das der Bedarf an Bauplätzen für Eigenheime sehr groß ist. Viele Städter wollten ihre eigenen vier Wände im Grünen und in ruhiger Lage errichten. Solche Gemeinden wie Hinrichshagen, Neuenkirchen, Wackerow und Weitenhagen reagierten sehr schnell und boten in B-Plangebieten oder in Baulücken inmitten des Ortes Bauplätze an.

Trotz des Bevölkerungszuwachses durch Zuzug muss auch im Amtsbereich Landhagen das Abwandern junger Leute in andere Regionen Deutschlands verzeichnet werden.

In den letzten 10 Jahren haben alle Gemeinden des Amtsbereiches große Anstrengungen unternommen, den Wohn- und Erholungsbereich für ihre Bürger zu verbessern und auszubauen. Auch in kleinen Gemeinden wurde viel erreicht. Leider gerät dies oft aus dem Blick und es wird vergessen, wie es 1989 auf den Dörfern aussah.
So konnte beispielsweise in Behrenhoff das Ortsbild durch zahlreiche gelungene Lückenbebauungen abgerundet werden. Für die ortsansässigen Sportvereine sowie das Gemeindeleben überhaupt verbesserten sich die Bedingungen durch den Umbau des Gemeinde- und Sporthauses. Der unter Denkmalschutz stehende ca. 10 ha große Landschaftspark, einst zum Anwesen der Grafen von Behr gehörig, wird bereits über Jahre hinweg als landschaftliches und botanisches Kleinod für Einwohner und Besucher gepflegt und erhalten. Die Gemeinde Dargelin verbesserte kontinuierlich den Zustand ihrer Gemeindestraßen, zum Teil aus Mitteln des Flurerneuerungsprogrammes und der Dorfteich entstand in seiner alten Schönheit und ist jetzt Blickfang des Ortes. In Diedrichshagen wurde ebenfalls viel in die Infrastruktur investiert: Straßen, Wasser- und Abwasserleitungen entstanden neu. Der gerade fertiggestellte Sportplatz ist für die sportbegeisterten Einwohner eine große Errungenschaft.

Aber auch auf gewerblichem Gebiet sind Fortschritte erreicht worden.
Mit besonderem Stolz möchte ich erwähnen, dass in zwei Gemeinden, nämlich in Neuenkirchen und Weitenhagen leistungsfähige und gut ausgelastete Gewerbegebiete entstanden. Die hier angesiedelten Firmen bieten vielen Menschen aus der näheren Umgebung einen Arbeitsplatz, gerade bei der heutigen Wirtschaftslage und Arbeitsmarktsituation eine wichtige Tatsache.

Ein Höhepunkt für unser Amt war der Einzug in das neue Verwaltungsgebäudes im Sommer 1999. Gleichzeitig wurde der Amtssitz von der Hansestadt Greifswald nach Neuenkirchen verlegt. Der Bau und die Innenausstattung wurden zu ca. 50 Prozent vom Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert, wofür wir uns an dieser Stelle noch einmal bedanken möchten.

Das zweckmäßig ausgestattete Gebäude bot nun sehr gute und damit weitaus bessere Arbeitsbedingungen als das räumlich sehr beengte Haus in der Greifswalder Goethestraße. Die dort beschäftigten 17 Mitarbeiter waren am Rande ihrer Leistungsfähigkeit angekommen, der Platzmangel verhinderte eine Aufstockung des Personals und eine Verteilung der Arbeitsaufgaben.

Umgezogen in das neue Amtsgebäude konnten nun die längst benötigten Stellen ausgeschrieben und neu besetzt werden. Die in den letzten Jahren vorgenommene Übertragung von Arbeitsaufgaben von Land, Kreis und auch den Gemeinden auf das Amt und selbstverständlich auch die stark gestiegene Bevölkerungszahl im Amtsbereich wirkten sich auf den Personalbedarf aus.

Die Vollstreckungsstelle mit zwei Mitarbeitern, die nicht nur für unser Amt sondern auch noch für die Ämter Lubmin und Züssow sowie den ZWAB arbeitet, befindet sich seit 1999 bei uns im Haus.

Und endlich haben wir seit dem Umzug nach Neuenkirchen auch ein eigenes Standesamt.

Das Amt ist Schulträger für die Grund-, Haupt- und Realschule Neuenkirchen. Die Grund-, Haupt- und Realschule in Dersekow sowie die Grundschule Weitenhagen befinden sich in gemeindlicher Trägerschaft.

Nach vielen Jahren des Suchens nach geeigneten Strukturen übertrugen die Gemeinden des Amtsbereiches Landhagen die Aufgaben der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung an den Zweckverband Boddenküste, der diese Aufgaben ebenfalls für die Gemeinden der Ämter Lubmin und Züssow erledigt. Diese lange angestrebte und 1999 verwirklichte große Lösung hat sich bewährt. Die Aufgaben werden fachkompetent erledigt und es konnten moderate Gebühren und Beiträge für die Bürger erreicht werden.


Neue elektronische Medien, die vor zehn Jahren noch wenig in unserem Bewußtsein waren, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Inzwischen wissen wir, dass sie die Arbeitsmittel der Zukunft sind. Das Amt und die Gemeinden präsentieren sich im Internet, jeder Arbeitsplatz im Amt hat e-mail- und Internetzugang. Jetzt muss jeder Mitarbeiter schnellstens lernen, mit den neuen Medien umzugehen, damit er beruflich nicht den Anschluss verpasst.
Das Präsentieren unserer Körperschaften im Internet soll unsere Region bekannter machen, den Bürger zusätzlich informieren und ihm den Umgang mit der Verwaltung erleichtern. Die Bürger nehmen das neue Kommunikationsmittel gut an. Täglich haben wir über 50 Zugriffe auf unsere Homepage Landhagen de. Allerdings könnten die Zugriffe noch erhöht werden. Dazu ist es erforderlich, den Informationsgehalt der Seiten zu steigern. Die Zuarbeit vieler Gemeinden für das Amtsblatt klappt inzwischen sehr gut, wünschenswert wäre eine ebensolche für das Internet. Es wäre eine lohnende und bürgerfreundliche Zielstellung für die nächsten Jahre.

In der Amtsverwaltung arbeiten derzeit 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich als Dienstleister für die Bürger und Gemeinden verstehen. Nach unserer Meinung verfügen wir über eine schlanke und effiziente Struktur und haben gerade nach umfangreichem Personalwechsel die Neuaufteilung der Aufgaben abgeschlossen. Aber abgeschlossen ist ein solcher Vorgang eigentlich nie, weil aufgrund der schnelllebigen Zeit rasch Veränderungen eintreten. Die Verwaltung muss in der Lage sein, auf neue Situationen flexibel zu reagieren.

Ein Gradmesser für die Leistungsfähigkeit einer Amtsverwaltung ist auch das Verhältnis zu den ehrenamtlichen Bürgermeistern, deren kommunales Ehrenamt schwieriger zu bewältigen ist als es für Außenstehende oft erscheint. Als weitestgehende Laien auf dem Gebiet der Verwaltung sind sie auf die Unterstützung und Loyalität ihres Amtes angewiesen. Und schwierige Sachverhalte gibt es genug zu lösen, manchmal finden sie ihr Ende erst vor Gericht. Für das vertrauensvolle Miteinander möchte ich allen Mitarbeitern und Bürgermeistern danken.
Eines hat sich in 10 Jahren Arbeit bewiesen: nur wenn die beschließenden Gemeindegremien und die ausführenden Kräfte in der Verwaltung sinnvoll und vertrauensvoll zusammenarbeiten kommen wir weiter voran.

Wie ist es um die Zukunft des Amtes Landhagen bestellt?

Das Amt Landhagen besitzt mit seinen 10 000 Einwohnern eine Größe, die für einen ländlich geprägten Raum optimal ist. Wir verfügen über eine effiziente Personal- und Kostenstruktur. Insofern sind wir nicht von Überlegungen der Enquetekommission zu Ämterfusionen und Zukunftsfähigkeit betroffen. Von unserer Zukunft haben wir natürlich dennoch unsere Vorstellungen. Wir möchten in den bewährten, inzwischen gefestigten und den Bürgern bekannten Strukturen gemeinsam mit den vielen ehrenamtlich Tätigen in den Gemeinden zum Wohle unserer Einwohner arbeiten. Die Amtsordnung hat sich bewährt in ihrer Kombination aus Ehrenamt und Professionalität.
Gebietsreformen sind unserer Meinung nach nur dann zu vertreten, wenn ein offensichtlicher Vorteil für den Bürger entsteht und eine eindeutige Kosteneinsparung erreicht wird. Alles andere schafft unnötig Unruhe und lenkt von den Tagesaufgaben ab.

Unsere zehn Gemeinden sind von ganz unterschiedlicher Größe und sie haben sich auch in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Eines haben sie jedoch gemeinsam: nämlich die unmittelbare Nähe zur Hansestadt Greifswald.

Wir sind sehr froh, dass sich in den letzten Jahren die Zusammenarbeit sowohl auf Verwaltungsebene als auch zwischen den Gemeinden und der Hansestadt spürbar verbessert hat. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Region weiterzuentwickeln zum Vorteil der hier lebenden Menschen.

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Amt Landhagen

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Tel.: +49 (3834) 8951-0
Fax: +49 (3834) 8951-99

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